Der Österreichische Alpenverein und das „Alpinmuseum - Austriahütte" präsentieren:
"4000 Jahre Almen auf dem Dachsteingebirge"

Dachstein - Almen
Seit 4000 Jahren sind die Almen des Dachsteingebirges wirtschaftlich eng mit der Ramsau und Hallstatt verknüpft. Die Almen bildeten eine untrennbare Einheit mit dem zugehörigen Bauernhof, ohne sie wäre die Besiedlung inneralpiner Täler in historischer Zeit nicht möglich gewesen. Im Mittelalter und in der Neuzeit wurde das Vieh im Sommer auf die Almweiden getrieben und in den Almhütten Käse, Butter und Schotten erzeugt. Auf den Äckern und Wiesen beim Heimhof konnten inzwischen zusätzlich Feldfrüchte und Heu für den Wintervorrat gewonnen werden.
Diese Ausstellung zeigt dem Besucher in eindrucksvoller Weise die Geschichte der Almwirtschaft. Präsentiert werden Funde und Ergebnisse jahrzehntelanger Feldforschungen, die die ANISA, Verein für alpine Forschung, in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen, allem voran mit dem Bundesdenkmalamt, durchgeführt hat. Dem Landschaftsmuseum Schloss Trautenfels (Joanneum Graz) ist für viele wichtige Leihgaben herzlich zu danken. Weiterführende Literatur finden Sie unter: www.anisa.at
Vom Leben auf der Alm
In vor- und frühgeschichtlicher Zeit wurden vorwiegend Schafe und Ziegen auf die Almen getrieben, deren Milch zu Fettkäse verarbeitet wurde. Einfache Hütten und Viehpferche genügten als Unterkunft und als Schutz vor Raubtieren. Zu Ende des Spätmittelalters wechselten die Bauern vermehrt auf die aufwändigere Rinderhaltung und die Erzeugung von Butter- und Magerkäse. Für diese Umstellungen benötigte man nun Ställe und größere Hütten. Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft büßte die Almwirtschaft ihre Bedeutung fast völlig ein. Erst in den letzten Jahren brachte der Tourismus einen neuen Aufschwung und einen tiefgreifenden Wandel. Aus abgeschiedenen Sennereien und Viehweiden wurden vielfach Gastbetriebe und Wintersportziele.
Almwirtschaft in der Bronzezeit
Bereits in der frühen Bronzezeit erlebte der Salzbergbau in Hallstatt einen Aufschwung. Die durch den See und das Gebirge beschränkten landwirtschaftlichen Nutzflächen Hallstatts reichten für die Versorgung der wachsenden Bevölkerung nicht mehr aus. Deshalb begann man vor 3700 Jahren die natürlichen Weideflächen auf dem Dachsteingebirge für die Almwirtschaft zu nutzen. Um 1400 v. Chr. können wir bereits deren erste Blütezeit nachweisen. Um 1000 v. Chr. findet diese wegen einer Verschlechterung des Klimas und wohl auch wegen politischer Umwälzungen ein jähes Ende. In der eigentlichen Hallstattzeit, die die frühe Eisenzeit in dieser Region einleitete und namengebend für die Kultur dieses Jahrtausend wurde, lagen die Almen verlassen da. Erst während der späten Römerzeit betrieben die Menschen wieder eine rege Almwirtschaft auf dem Dachsteingebirge.

In zwei Räumen wird die Geschichte der Almwirtschaft präsentiert

Neben den zahlreichen Facetten der Almwirtschaft wurde auch eine Felsbildstation nachgebaut

Funde aus der Bronze- und der Römerzeit belegen das vor- und frühgeschichtliche Alter der Almwirtschaft

Die intensivste Bewirtschaftung der Almen fand im Spätmittelalter und in der Neuzeit statt
Die Ausstellung präsentiert neben der alpinen Erschließung des Dachsteingebirges auch die Geschichte der Almwirtschaft und der Saumpfade sowie das Wirken des berühmten Gletscherforschers Friedrich Simony. Die ANISA hat der Sektion Austria für das Museum Funde als Leihgaben zur Verfügung gestellt. Wir können den Besuch dieses Museums, der sich mit einigen netten Wanderungen (z.B. vom GH Edelbrunn in der Ramsau aus über den Roseggersteig oder den Jungfernsteig) verbinden lässt, nur weiterempfehlen.
Öffnungszeiten: 20. Mai bis 26. Oktober, täglich 10 Uhr bis 16 Uhr
Kontakt: Austriahütte, Tel.: +43 (0) 3687/81522, www.austriahuette.at
Sektion Austria, Tel.: +43 (0) 1/5131003 - 12, austria@sektion.alpenverein.at, www.alpenverein-austria.at