Anfang Mai 2010 wird der Band mit dem Titel:
Archäologie in den Alpen
Alltag und Kult
erscheinen. Derzeit werden die Beiträge gesammelt, redaktionell bearbeitet und der Satz erstellt. Voraussichtlich wird die Publikation 280 Seiten Umfang und ca. 300 Abbildungen aufweisen und in Farbe gedruckt werden. Der wertvolle Band wird in einer kleinen Auflage in Hardcover und Fadenheftung erscheinen und 48,00 € kosten. Vorbestellungen sind bereits unter der Adresse: anisa@anisa.at möglich.

Inhaltsverzeichnis:
Vorwort 6
Denk, Isabella: (Brand-)Opferplätze im außeralpinen Bereich. Ein Diskussionsbeitrag 7
Drescher-Schneider, Ruth: Gletscherstände und bronzezeitliche Almnutzung in den Hohen Tauern und am Dachstein (Österreich). Ergebnisse palynologischer Untersuchungen 15
Geitner, Clemens/Schäfer, Dieter: Interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Archäologie und Bodenkunde im Gebirge – Grundsätzliche Überlegungen und Beispiele des Mesolithfundplatzes Ullafelsen (Tirol) 25
Gleirscher, Paul: Hochweidenutzung oder Almwirtschaft? Alte und neue Überlegungen zur Interpretation urgeschichtlicher und römerzeitlicher Fundstellen in den Ostalpen 43
Haupt, Peter: Bronze- und eisenzeitliche Brandopferplätze auf dem Schlern. Neue Erkenntnisse zu deren Chronologie, Funktionsweise und frühgeschichtlicher Nutzung 63
Hebert, Bernhard: Hirtenhütte: Opferplatz. Zur Interpretation hochalpiner Fundstellen 73
Holdermann, Claus-Stephan/Schmidl, Waltraud: Hochgebirgsarchäologie im Nationalpark Hohe Tauern. Der Felber Tauern (Osttirol/Salzburg) 75
Horvat, Jana: The archaeology of Velika planina 89
Kienast, Gerhard: Vermessungsverfahren für archäologische Dokumentationen im Hochgebirge 101
Kowarik, Kerstin/Reschreiter, Hans: Provisioning a Salt Mine. On the Infrastructure of the Bronze Age Salt Mines of Hallstatt 105
Mahlknecht, Markus/Putzer, Andreas: Strukturen im Hochgebirge – Beispiel Schlandraun Tal (Vintschgau, Südtirol) 117
Mandl, Franz: Stoderalm, Dachsteingebirge (Steiermark). Ihre Geschichte mit einer volkskundlichen Betrachtung. Dokumentation der Almwüstungen 131
Modl, Daniel: 180 Jahre archäologische Forschungen im Steirischen Salzkammergut 157
Oberrauch, Hanns / Niederwanger, Günther: Archäologische Prospektion im hinteren Passeiertal (Südtirol) 167
Orgin, Marija: High altitude archaeological sites in the Bohinj region 199
Pleterski, Andrej: Die frühmittelalterliche Besiedlung des Krvavec. Vorbericht 209
Reitmaier, Thomas: Auf der Hut – Methodische Überlegungen zur prähistorischen Alpwirtschaft in der Schweiz 219
Rossi, Maurizio/Gattiglia, Anna: Petroglifi e miniere nelle Alpi Occidentali 239
Steiner, Hubert: Dank und Bitte an die Götter. Vorgeschichtliche Holzfunde auf der Schöllberg-Göge (Gem. Ahrntal/Südtirol) 253
Štular, Benjamin: Medieval High-Mountain Pastures in the Kamnik Alps (Slovenia): Mittelalterliche Almen in den Steiner Alpen (Slowenien) 259
Rückblick:
Internationales Symposium
Archäologie in den Alpen - 2009
Alltag und Kult
16. bis Sonntag bis 18. Oktober 2009 in Haus im Ennstal, Österreich
Das Symposium war ein großer Erfolg. 22 hochkarätige Vorträge mit 28 namhaften Referenten aus allen Alpenländern ermöglichten einen exzellenten Überblick über den letzten Stand der hochalpinen Siedlungsforschung. Zusammenfassend dürfen wir fünf Ergebnisse hervorheben:
1.) Für eine bessere Befunderkennung sollen die Grabungsflächen auch im hochalpinen Raum erweitert werden.
2.) Der Alltag ist nicht Teil des Kults, sondern der Kult ist Teil des Alltags. Brandopferplätze sollen auch nach Siedlungsstrukturen untersucht werden. Dies trifft besonders auf Standorte in Weidegebieten zu. Eine unmittelbare Verbindung mit einer Siedlung ist denkbar. Bei unklaren Befunden wäre eine Freihaltung für später Interpretationen anzudenken.
3.) Die enge Definition der Almwirtschaft, die auf die Sennereiwirtschaft fokussiert, muss überdacht werden, da diese Wirtschaftsform sehr vielfältig ist und im Laufe der Geschichte unterschiedliche Ausprägungen erlebt hat. So sollte dazu jedenfalls auch reine Viehwirtschaft und auch schon die Weidenutzung in Form einer Heuernte oder das Sammeln von Früchten und Kräutern gezählt werden.
4.) Naturwissenschaftliche Auswertungen ( z. B. durch Archäobotanik; Geologie, Zoologie) werden für die Interpretation einer Siedlungsstruktur immer wichtiger.
5.) Auf die Suche nach ur- und frühgeschichtlichen Kohlemeilern sollte auch im alpinen Raum nicht vergessen werden.
Kontaktadresse:
ANISA, Verein für alpine Forschung
A 8967 Haus i. E., Raiffeisenstraße 92